[Interview] Vegane Küche - Bloggerin Franziska im Interview



Die häufigsten Irrtümer über Veganer
Vegan ernähren? Bei dem bloßen Gedanken überkommen eingefleischte Allesesser Panikattacken. Allzu schnell assoziieren sie mit einer rein pflanzenbasierten Ernährung, der sich 1,5 % der Deutschen verschrieben haben, nicht nur Mangelerscheinungen und Hautblässe, sondern automatisch auch soziale Isolation. Wir waren neugierig und haben bei unserer veganen Bloggerin Franziska nachgefragt: Wie schlimm ist der Verzicht von Veganern wirklich? Und wovon ernähren die sich denn eigentlich? Was stimmt und was nicht, erfährst du jetzt.


Aha! 5 Facts über Veganismus
Normalerweise schreibt Franziska bei uns die Artikel über Fashion und Lifestyle-Themen. Heute dreht sich unser Artikel ausnahmsweise um sie selbst und wie es ihr ergeht als Veganerin. 5 Antworten von einer, die es wissen muss.
 
styleBREAKER: Franziska, als Veganerin verzichtest du auf tierische Nahrungsmittel. Ist das nicht total extrem?
 
Franziska: Überhaupt nicht. Findest du es extrem, vor allem natürliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Getreide zu essen? Oder ist unser heutiger Lebensstil, in dem alles in Massen und häufig zu unwürdigen Bedingungen produziert wird, viel eher extrem? Als ich vor 2 Jahren vom Alles-Esser auf die vegane Ernährung umgestiegen bin, ging das erstaunlich einfach. Für viele Lebensmittel wie Milch gibts Alternativen, die viel besser schmecken, Eier kann ich häufig ersatzlos aus den Rezepten streichen und Fleisch habe ich gar nicht vermisst. Das Einzige, was ich mir wünsche, ist endlich einen leckeren veganen Käse-Ersatz. Also wenn etwas an veganer Ernährung extrem ist, dann ihre Vielfalt!
 
styleBREAKER: Um ehrlich zu sein: Wir dachten eher ans Gegenteil! Bei so viel Verzicht, was bleibt da für Veganer denn noch zu Essen übrig?
 
Franziska (lacht): Genauso dachte ich auch, bevor ich Veganerin wurde. Ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass es in Wirklichkeit umgekehrt ist: Während der Speiseplan eines Otto-Normal-Essers meist eine überschaubare Vielfalt aufweist, bietet die vegane Küche erstaunlich viel Abwechslung. Eigentlich logisch. Denn wer sich ausgewogen vegan ernähren möchte, setzt sich zwangsläufig viel mehr mit Lebensmitteln und seinen Möglichkeiten auseinander – und erweitert dadurch automatisch seinen kulinarischen Horizont. Kulinarisch gesehen habe ich seitdem einiges dazugelernt.
styleBREAKER: Zum Beispiel?
 
Franziska: Zum Beispiel, dass es neben Nudeln und Reis noch mehr Möglichkeiten gibt, wie etwa Quinoa, Linsen oder Bohnen. Zudem liefern diese wesentlich wertvollere Inhaltsstoffe, weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Eiweiß, was wiederum meinen sportlichen Ambitionen super entgegenkommt. Ein anderer Aha-Moment war, als ich feststellen musste, wie geschmacksintensiv und lecker veganes Essen ist. Die Saucen sind raffinierter und auf das Würzen wird wesentlich mehr geachtet, als in der normalen Küche. Früher hatte ich meine fünf Standard-Gewürze; inzwischen sind es deutlich mehr.
styleBREAKER: Hört sich ziemlich gesund an.
 
Franziska: Ist es aber nicht unbedingt! „Vegan“ ist nicht pauschal gleichzusetzen mit „gesund“. Natürlich gibt’s auch veganes Junkfood. Pommes Frites beispielsweise sind vegan. Ich habe mich wie die meisten Veganer dafür entschieden, weil ich gesünder leben möchte und die pflanzliche Kost mit ihren gesundheitsfördernden Substanzen dazu super Möglichkeiten bietet. Und nicht, weil ich das Bedürfnis habe, Fleisch zu ersetzen. Deshalb kommen Fertig-Bratlinge, Fake-Fleisch aus Soja und ähnliches bei mir selten auf den Teller. Dafür umso mehr frisch zubereitetes Obst, Gemüse, Getreide, Kräuter, Samen und Nüsse.
 
styleBREAKER: Immer wieder lesen wir, dass eine vegane Ernährung zu Mangelerscheinungen führt. Wie geht’s dir damit?
 
Franziska: Ich lasse mich einmal pro Jahr ärztlich durchchecken. Bisher habe ich persönlich keine Defizite. Im Gegenteil, ich bin seitdem seltener krank. Es stimmt also, dass der Verzicht auf Fleisch oder tierische Produkte tatsächlich großes Potenzial hat, um ernährungsmitbedingten Krankheiten vorzubeugen. Natürlich immer eine ausgewogene Ernährung vorausgesetzt. Eiweißmangel kann man durch die Aufnahme von pflanzlichem Eiweiß vorbeugen. Auch die Versorgung mit vielen Nährstoffen ist bei Veganern günstiger als bei Mischkostlern. Grundsätzlich sollte man auf die ausreichende Zufuhr der potenziell kritischen Nährstoffe Vitamin B12, D und B2, Calcium, Eisen, Zink sowie Jod achten. Diese wissenschaftliche Empfehlung richtet sich an alle – ob man nun vegan lebt oder nicht.
 
styleBREAKER: Vielen Dank für das Interview und alles Gute!

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